Die Erklärungsversuche-Reinkarnationsforschung und Fälle

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Einzelfälle
Jeder Fall ist individuell daraufhin zu untersuchen, welche Erklärung für ihn am wahrscheinlichsten zutrifft.
• Betrug: Der bekannteste höchstwahrscheinlich betrügerische Fall war der eines israelischen Kindes, das sich an ein Vorleben als König David erinnert haben soll. Nachprüfungen zeigten, dass der Fall praktisch zur Gänze frei erfunden war. Klar betrügerische Fälle sind sehr selten, weil es für sie kaum eine nennenswerte Motivation gibt. Die häufig geäußerte Meinung, die Erfindung eines reichen oder berühmten Vorlebens könnte die soziale Position heben, gilt nicht in den Ländern Südasiens, in denen die meisten untersuchten Fälle auftraten. Nach dem dort herrschenden Karma-Glauben ließe dieser soziale Abstieg nur auf schwere Verfehlungen im Vorleben schließen.
• Selbstbetrug: Es gibt Fälle, die sich am leichtesten dadurch erklären lassen, dass Eltern Äußerungen ihres Kindes missverstanden und sich in ihrer Phantasie einen Fall zusammengereimt haben. Das bekannteste Beispiel dafür ist eine angebliche Reinkarnation des amerikanischen Präsidenten Kennedy in dem kurz nach seinem Tod geborenen Türken Kenedi Alkan (sein Vorname ist die türkische Schreibweise von Kennedy).
• Kryptomnesie: Unter Kryptomnesie versteht man eine Schein-Erinnerung an Dinge, deren Informationsquelle man vergessen hat. So kann ein historischer Roman oder Film den Inhalt einer vermeintlichen Erinnerung an ein Vorleben bilden.
• Paramnesie: Fehlerhafte Erinnerungen von Eltern an das, was ihre Kinder bezüglich ihrer Vorinkarnationen sagten, könnten auftreten, nachdem Nachforschungen (bzw. Kontakte mit der früheren Familie des Kindes) neue Informationen erbracht hätten. Durch Vergleiche von Zeugenaussagen verschiedener Informanten und derselben Personen zu verschiedenen Zeiten (über Jahre hinweg) schließt Ian Stevenson, dass Gedächtnisfehler zumeist kein ernstes Problem darstellen. Um Paramnesie völlig auszuschließen, ist es wichtig, vor dem Beginn von Nachforschungen die noch unverifizierten Aussagen zu protokollieren.
• genetisches Gedächtnis: Dies ist eine oft gehörte, aber kaum brauchbare Erklärung, denn die Vererbung von Erinnerungen ist biologisch äußerst unplausibel und außerdem kann sie grundsätzlich keine Details aus dem Leben nach dem letzten Zeugungsakt enthalten. Zu den am häufigsten geäußerten Erinnerungen gehört aber der Tod der früheren Person.
• außersinnliche Wahrnehmung: Bei der außersinnlichen Wahrnehmung (ASW) handelt es sich um ein parapsychologisches Phänomen, über dessen Existenz in der Wissenschaft noch kein Konsens besteht. Die starke Identifikation einer Person mit einer ganz bestimmten Verstorbenen kann es nicht erklären. Überdies schneiden Menschen mit Erinnerungen an frühere Leben bei Messungen ihrer ASW-Fähigkeiten nicht besser ab als der Durchschnitt.
• Besessenheit: Die Besessenheit ist ein spiritistisches Modell, das annimmt, der Geist eines Verstorbenen würde die lebende Person beeinflussen oder vorübergehend verdrängen. Für beide Varianten gibt es in der Parapsychologie je einen Vorzeige-Fall, der sie dringend nahezulegen scheint. Es sind dies der Fall Thompson-Gifford und das bekannte Watseka-Wunder. Allerdings hat die erste Möglichkeit mit den meisten Fällen vom Reinkarnationstyp wenig Ähnlichkeit, und die zweite geht in die Reinkarnation über, wenn man den Zeitraum dieser Verdrängung auf das ganze Leben ausweitet.
• Reinkarnation: Für alle jene Fälle, deren Erklärung auf eine bisher genannte Weise nicht möglich oder extrem unplausibel wäre, vermutet die Reinkarnationsforschung das Vorliegen einer tatsächlichen Reinkarnation, da weitere Alternativen nicht bekannt sind.

Die Gesamtheit der Fälle
Die Reinkarnationshypothese im Allgemeinen (also nicht bezogen auf einen bestimmten Fall) nimmt an, dass die Reinkarnation ein Naturphänomen ist, das real eintreten kann, ohne sich darauf festzulegen, in welchem Fall sie tatsächlich eingetreten ist. Dafür führt sie auch Argumente ins Treffen, die sich aus der statistischen Gesamtbetrachtung aller untersuchten Fälle ergeben.
Dem widerspricht der Einwand des Modellfalls. Die Übereinstimmung verschiedener Fälle von Reinkarnationstyp bezüglich mehrerer Charakteristika, die ein wichtiges Argument für das Vorliegen eines erklärungsbedürftigen Phänomens darstellt, verliert an Aussagekraft, wenn man annimmt, dass es (insbesondere bei Völkern, deren Religionen die Reinkarnation lehren) bestimmte kulturspezifische Reinkarnationsmodelle gibt, an denen sich im Einzelfall Beteiligte und Informanten unbewußt orientieren. Während jedoch die für die Modelltheorie sprechenden Beobachtungen (z. B. das Fehlen von Fällen mit Geschlechtswechsel bei den Drusen, deren Religion diese Möglichkeit ausschließt) sich auch durch das Evans-Wentz’sche Gesetz erklären lassen (es besagt, dass religiöse Erwartungen die realen Reinkarnationsvorgänge beeinflussen können), werden Anwendungen der Modelltheorie auf interkulturelle Ähnlichkeiten unwahrscheinlich. (Beispielsweise fand Ian Stevenson in allen von ihm untersuchten Kulturen einen statistisch signifikanten Überhang an gewaltsamen Todesarten bei den erinnerten Fällen, obwohl keine Religion einen solchen lehrt.)

Einige weitere bemerkenswerte Fallstudien
• Dolores Jay, hypnotischer Fall mit xenoglossem Deutsch
• Der Pollock-Fall ist der bedeutendste Fall in Europa. Er ereignete sich in England: Die Schwestern Jacqueline und Joanna Pollock (sechs und elf Jahre alt) wurden am 5. Mai 1957 auf dem Weg zur Kirche von einem Auto getötet. Als deren Mutter (Florence Pollock) wieder schwanger wurde, glaubte ihr Vater (John Pollock) entgegen ärztlichen Vorhersagen fest an Zwillinge, in denen die verunglückten Mädchen reinkarnieren würden. Tatsächlich wurden am 4. Oktober 1958 die eineiigen Zwillinge Jennifer und Gillian in Hexham (Northumberland) geboren, die im Alter zwischen zwei und vier Jahren einschlägige Erinnerungen äußerten und Gegenstände (Spielsachen) wiedererkannten. Jennifer hatte überdies zwei Muttermale , die einem Muttermal Jacquelines an der linken Hüfte und einer Stirnnarbe entsprachen, die Jacqueline bei einem Sturz im Alter von drei Jahren erhalten hatte. Auch im Verhalten zeigten sich starke Ähnlichkeiten: Jennifer war ebenso abhängig von ihrer (etwas) älteren Schwester Gillian, wie früher Jacqueline von Joanne. Gillian lernte auch viel leichter die richtige Handhabung des Bleistiftes. Der Fall wurde von Hemendra Nath Banerjee und (ab 1964) von Ian Stevenson untersucht.
• Der Fall Tin Aung Myo ist ein ungelöster internationaler Fall in Birma: Die Birmanin Tin Aung Myo wurde am 26. Dezember 1953 in Nathul geboren. Während der Schwangerschaft hatte ihre Mutter Aye Tin einen Ankündigungstraum bezüglich eines japanischen Armee-Kochs, den sie im Krieg gekannt hatte. Tin Aung, den zusätzlichen Namen Myo gab sie sich erst später, um männlicher zu wirken, war etwa vier Jahre alt, als sie begann, von einem Vorleben als ein in Nathul stationierter japanischer Soldat zu erzählen, der dort beim Kochen von einem Flugzeug aus erschossen wurde. Tin Aung Myo hatte als Kind panische Angst vor Flugzeugen. Verschiedene ihrer Verhaltensweisen (im Hinblick auf Essen, Wetter etc.) waren weit mehr für Japaner als für Birmanen typisch. Auch das Erlernen ihrer birmanischen Muttersprache fiel ihr schwer. Oft (insbesondere an trüben Tagen) äußerte sie Heimweh nach Japan. Sie war Linkshänderin, was sie auch von ihrer Vorinkarnation behauptete. Am ausgeprägtesten (und anhaltendsten) war ihre Identifikation mit dem männlichen Geschlecht. So wurde sie beispielsweise mit elf Jahren von ihrer Schule gewiesen, weil sie sich weigerte, Mädchenkleider zu tragen. Die Untersuchung des Falls durch Ian Stevenson und Win Maung begann 1972. Stevenson fand noch etliche weitere Fälle von Birmanen, die von Erinnerungen an ein Vorleben als japanischer Soldat im Zweiten Weltkrieg berichteten. Sie sind (wie alle internationalen Fälle, die nicht auf eine Familie beschränkt sind) sämtlich ungelöst, d. h. es konnte keine zu den spärlichen Angaben passende verstorbene Person gefunden werden.
Abseits der erwähnten formalen Studien gibt es eine Vielzahl von Berichten, die mit erstaunlichen Details aufwarten, wie sie sonst nur spezialisierten Historikern bekannt sind. Diese Phänomene sind unstrittig, die weitergehende Fragestellung konzentriert so darauf, die Ursache für diese Erinnerung zu ergründen, sowie die Eigeninterpretation der Berichtenden zu analysieren.

Forschungsergebnisse
Wenn die Existenz von Reinkarnationen axiomatisch vorausgesetzt wird, ließen sich folgende Ergebnisse formulieren.
• Die untersuchten Fälle zeigen einen signifikanten Überhang an Erinnerungen an einen gewaltsamen Tod. Beim Rest mit Erinnerungen an einen natürlichen Tod trat dieser überwiegend plötzlich und zu einem Zeitpunkt ein, in dem der Verstorbene noch mitten im Leben stand. Stevenson verwendet dafür die Bezeichnung unfinished business. Ein Beispiel dafür wäre etwa eine Mutter mit kleinen Kindern.
• Die weit verbreitete Meinung, ein plötzlicher Tod bei starken Bindungen an das Leben würde zu einer früheren Reinkarnation führen, wird durch die Statistik unterstützt. Da solche den Großteil der untersuchten Fälle ausmachen, ist die Zwischenzeit zwischen dem Tod der früheren und der Geburt der gegenwärtigen Person zumeist kürzer als 3 Jahre.
• Die allermeisten Kinder, die Erinnerungen an ein Vorleben äußern, beginnen damit im Alter von 2 bis 5 Jahren. Ein Großteil von ihnen vergisst diese Erinnerungen bis zum Eintritt der Pubertät wieder.
• Fälle vom Reinkarnationstyp treten zwar nicht ausschließlich, aber doch sehr gehäuft in Ländern auf, in denen der Glaube an die Reinkarnation weit verbreitet ist. Das wird von Kritikern als Argument gegen die Echtheit der für die Reinkarnation sprechenden Fälle angeführt, die sie für ein kulturelles Konstrukt halten. Demgegenüber nimmt die Evans-Wentzsche Hypothese an, dass die religiösen Erwartungen zu Lebzeiten Einfluss auf postmortale Gegebenheiten und auch auf die Erinnerungsbereitschaft haben können.
• Aus den bisherigen Untersuchungen ergaben sich keine Argumente zugunsten eines Karma, obwohl der Glaube daran in den Ländern Südasiens, in denen die meisten Fälle auftraten, ebenso stark ist wie der an die Reinkarnation selbst.
• Es zeigt sich die Gültigkeit des Storyschen Gesetzes (benannt nach Francis Story, der mit Stevenson zusammenarbeitete), wonach Menschen dazu neigen, in der Nähe ihres Todesortes zu reinkarnieren, solange kein besonderer Grund für eine größere Entfernung vorliegt.
• Fast in allen Fällen gibt es irgendeinen Zusammenhang zwischen der früheren und der gegenwärtigen Person, wobei der familiäre der häufigste ist. Auch die Leiche des Toten kann ein solches Verbindungsglied sein (beispielsweise in dem Fall der Bergung eines aus einem Fluss geborgenen Toten, an dessen Leben sich das bald danach dort geborene Kind später erinnert).
• In den meisten Fällen, die Zwillinge betreffen, zeigen sich Erinnerungen an enge Beziehungen dieser beiden in einem Vorleben.
• Ungelöste Fälle zeigen im Vergleich mit gelösten nur zwei statistisch signifikante Unterschiede: eine geringere Dauer der Erinnerungen (vermutlich bedingt durch vermindertes Interesse und die fehlende Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit den früheren Verwandten) und ein höherer Anteil an gewaltsamen Todesarten. Letzteres wird im Rahmen der Reinkarnationshypothese damit erklärt, dass solche Todesarten für die Betroffenen sehr eindrucksvoll sind, und deshalb leichter erinnert werden als andere, für die Identifizierung wichtige Details (wie etwa der Name).

Zusammenfassung
Bestimmte Erinnerungen können als Erinnerungen aus einem vorherigen Leben interpretiert werden. Ein solches Verständnis setzt jedoch einen Interpretationsrahmen voraus, in dem Reinkarnation möglich erscheint. Über diese unbestreitbare Existenz als Interpretationsmuster hinaus sind, wie zu anderen religiösen Vorstellungen auch, keine wissenschaftlichen Resultate zu erwarten.
Kritik
Im einzelnen wird gegen die Reinkarnationshypothese vorgebracht:
• Die Formulierung einer Seele als kohärentes übertragbares Medium ist schon ein Verstoß gegen das wissenschaftliche Sparsamkeitsprinzip, wonach man nicht unnötig neue Elemente in ein Modell bringen soll, insbesondere wenn sich diese Elemente selbst eines Existenzbeweises entziehen. Viele Einzelkritik an den Fällen ist daher bestrebt aufzuzeigen, dass die Phänomene sehr wohl auf bekannte Prinzipien zurückführbar sind. Dieses ist für eine Vielzahl der Fälle auch möglich, und Kritiker fordern, dass in den verbliebenen Fällen ohne exakte Benennung eines bekannten Grundes man eher von der Grundannahme mangelnder Kraft bekannter Elemente ausgehen sollte, anstatt pauschal den Nichtnachweis bekannter prüfbarer Elemente als den Beweis eines unbekannten nichtprüfbaren Elementes zu verwenden.
• Die in der Öffentlichkeit sehr bekannte Methode zur Untersuchung der Phänomene mit Hilfe von hypnotischen Regressionen steht oftmals im Zentrum kritischer Auseinandersetzungen mit der Reinkarnationsforschung. Tatsächlich ist der allergrößte Teil der auf diese Weise gewonnen Informationen über angebliche Vorinkarnationen völlig illusorisch und wissenschaftlich wertlos. Gerade aus diesem Grund spielt die Hypnose heute in der wissenschaftlichen Reinkarnationsforschung keine nennenswerte Rolle mehr.
Kritiker führen auch an, dass der Forschungdrang hinsichtlich der Reinkarnation-Hypothese besser auf die bessere Erfassung bekannter Phänomene verwendet werden sollte. So ist der Mechanismus gehörte Erlebnisse als Eigenerlebnisse zu reproduzieren zwar als Kryptomnesie bekannt, aber noch unzureichend erforscht.

Insgesamt kann die Hypothese einer Reinkarnation wie jede Hypothese vielfältig in Zweifel gezogen werden. Die Reinkarnationsforschung liefert hier Studien, die für die auftretenden Fälle vom Reinkarnationstyp zumindest den Erklärungsrahmen einer phänomenologischen Untersuchung stark einengen. Auch wenn die Phänomenologie primär eine philosophische Erkenntnismethodik ist, so ist sie heute akzeptierter Teil des wissenschaftlichen Vorgehens, um aus bekannten Daten mögliche Theorien herauszukristallisieren, für die dann Fragenstellungen in einer Form formluiert werden, die mittels Test belegt oder widerlegt werden können.

Zwei Beispiele für Fälle, die einer Untersuchung nicht standhielten Der Fall Kenedi Alkan ist das bekannteste Beispiel für einen Fall, der sich als Selbsttäuschung herausstellte:

Der alawitische Türke Mehmet Alkan glaubte nach einem Ankündigungs-Traum vor der Geburt seines Sohnes (* 9. November 1965 in Mersin), dieser sei die Wiedergeburt des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, weshalb er ihn (in türkischer Orthographie) auch so nannte. Diese Überzeugung wurde später auch von Kenedi selbst übernommen. Darin bestärkte ihn auch ein Muttermal, das jedoch nicht (wie behauptet) mit Kennedys Verletzungen übereinstimmt. Der Fall wurde 1967 von Ian Stevenson und Resat Bayer untersucht und als illusorisch beurteilt. 1985 erfolgte eine unabhängige Untersuchung durch Can Polat mit dem gleichen Ergebnis.

Der King-David-Fall ist ein bekannter aber betrügerischer Fall:

Einem Bericht Leo Heimanns in der amerikanischen Zeitschrift Fate zufolge soll David Morris, der Sohn des Jerusalemer Zahnarztes Dr. Samuel Morris die Reinkarnation des biblischen Königs David sein, xenogloss einen althebräischen Dialekt sprechen und einen geheimen Gang zum Tempel wiederentdeckt haben. Nachforschungen, die Heinz Berendt auf Ersuchen Ian Stevensons durchführte, ergaben, dass alle diese Informationen falsch waren (nur der Gang existierte, war aber schon seit 1867 bekannt). Zum gleichen Ergebnis kam unabhängig davon eine Untersuchung der französischen Zeitschrift Edi-Monde.

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